Bericht zum Wettkampf gegen den AC Mutterstadt

Von JÖRG MATTHIES

Schwedt (MOZ) Die Gewichtheber des Oder-Sund-Teams (OST) Schwedt-Stralsund haben den ersten Vergleich mit dem AC Mutterstadt um Rang 5 in der 1. Bundesliga durchaus unerwartet mit 2:1 Zählern und 612,4:571,8 Relativpunkten für sich entschieden.


Ein Blick auf den Kader beider Kontrahenten hatte bereits vor dem Wettkampf in der Külzviertel-Sporthalle große Aussagekraft. Beim Dritten der Bundesliga-Südstaffel war der größte Punktesammler der Liga-Runde nicht dabei, weil er zum „illustren Kreis“ gleich rund eines Dutzends bulgarischer Heber gehört, die kurz vor der anstehenden Europameisterschaft positiv auf Doping getestet worden sein sollen. Diese EM war auch der Grund dafür, dass der beste OST-Athlet, Arkadiusz Michalski, nicht antrat, weil er zeitgleich vom nationalen Verband zu einem Test verpflichtet wurde. Krankheitsbedingt musste Lisa Marie Schweizer kurzfristig beim Gastgeber absagen, der zuletzt starke Nachwuchsheber John Luke Mau durfte vor dem am kommenden Wochenende anstehenden Jugendländerpokal keinen Wettkampf bestreiten.

Dafür tauchte beim Gast ein Schwedter im Kader auf, der nach Krankheit noch nicht wieder hundertprozentig fit war: Mario Taubert. Eine weitere Personalie sollte später den Wettkampf letztlich entscheiden, bei dem beide Teams wegen der dargestellten Situation bei weitem nicht an ihre Saisonbestwerte kamen.

Sehr spannend verlief die erste Teildisziplin. Während der AC Mutterstadt nach der Gruppe der ersten drei Heber noch mit 21,5 Punkten vorn lag, schmolz der Rückstand des Oder-Sund-Teams in der zweiten Gruppe Punkt um Punkt. Hätte Simon Darville, der nach längerer Verletzungsabwesenheit ein starkes Comeback absolvierte, seinen letzten Versuch auch noch in die Wertung gebracht, wären es weniger als drei Zähler Rückstand gewesen, so waren es 7,8. Der erste Punkt, jener für das Reißen, ging aber an die Gäste aus Rheinland-Pfalz.

Und diese schienen im Stoßen dann klar auf Siegkurs zu sein, als das erste Trio gut 35 Punkte mehr in die Wertung brachte als jenes des Gastgebers. Doch in der letzten Gruppe folgte der Knackpunkt des Abends. Mutterstadts Lars Blanke versuchte seine erste Hebung, als er beim Ausstoßen offenbar wegen einer Knieverletzung die Hantel fallen lassen musste – an weitere Versuche war nicht zu denken, das Einwechseln eines anderen Hebers nicht möglich. Also fehlte ein komplettes Stoß-Resultat bei Mutterstadt (das wären schon bei einem gültigen Eingangsversuch von Blanke rund 50 Zähler gewesen). Die ohnehin super kämpferisch eingestellten OST-Athleten waren zusätzlich angestachelt und holten in der zweiten Gruppe mehr als 80 Zähler heraus. Die zweite Teildisziplin war klar gewonnen und letztlich mit 40 Zählern Vorsprung auch die Gesamtwertung des Abends – dies ergab die 2:1-Punktewertung.

Und was meinte Trainer Roland Taubert zu seinen Aktiven? „Simon Darville hat nach langer Abwesenheit einen starken Wettkampf gezeigt. Ken Fischer legte gegenüber seinen neuen Bestleistungen von vor 14 Tagen nochmal in jeder Disziplin zwei Kilo drauf – großartig. Und Tomasz Rosols Leistung kommentiert sich eigentlich von selbst“, hob er die drei Heber heraus, die mehr als 100 Zählern ins Protokoll brachten. Rosol (bester Starter mit 146 Punkten) hatte sich binnen zwei Wochen nochmal um zehn Zähler gesteigert. Aber auch Eik Lessing legte trotz dreier ungültiger Hebungen um 6,5 Punkte zu, Marius Zimmermann absolvierte im Reißen ein gelungenes Liga-Debüt, Yasin Yüksel ist zurück im Team und Martin Adler zeigte vor allem mit riesigen Steigerungen in den drei Stoß-Versuchen sein großes Potenzial.

Der Rückkampf findet nun am vorletzten April-Wochenende in Rheinland-Pfalz statt. Und wie fällt die Prognose für diesen Rückkampf aus? Trainer Roland Taubert zeigte sich noch zurückhaltend. Fakt ist aber: Sollten Michalski, Schweizer und Mau sowie der erstarkte Yüksel und Darville dabei sein können, stehen die Chancen des Oder-Sund-Teams auf Gesamtrang 5 in der 1. Bundesliga wider Erwarten sehr gut.

Bericht

Simon Darville

Quelle: Märkische Oderzeitung, 23.03.2015

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