Deutsche Meisterschaften der Juniorinnen/ Junioren sowie Frauen/ Männer

Die Gewichtheberhochburg Obrigheim war 2019 der Gastgeber für die Deutschen Meisterschaften der Frauen und Männer sowie der Juniorinnen und Junioren. Der TSV Blau-Weiß 65 Schwedt war bei diesen Titelkämpfen mit einem Quartett bestehend aus Sandra Krause, Ilja Taach, Ken Fischer sowie Martin Adler vertreten.

Den Auftakt für die Schwedter machte Sandra Krause in der Klasse bis 59 kg. Im Jahr 2018 konnte Sandra die Bronzemedaille erkämpfen und auch in diesem Jahr war das Siegerpodest erklärtes Ziel. Mit 2 gültigen Versuchen bei 54 und 57 kg gelang der Auftakt im Reißen sehr ordentlich, lediglich die in Versuch Nummer 3 aufgelegten 61 kg misslangen. Die Einstiegslast im Stoßen (72 kg) sicherte bereits Platz 3 in der Konkurrenz der Juniorinnen. Etwas unkonzentriert folgte bei 79 kg ein Fehlversuch, dieser Lapsus konnte aber im 3. Versuch korrigiert werden. Mit 136 kg im Zweikampf schaffte Sandra 10 kg mehr als im Vorjahr, damit hätte sie wiederum Platz 3 erkämpft. Da die nach dem Reißen vor der Schwedterin liegende Berliner Heberin aber im Stoßen keinen gültigen Versuch abliefern konnte wurde aus Bronze für Sandra noch Silber. In der Wertung der Frauen erreichte sie Platz 7.

1 Woche nach seinen ersten Deutschen Meisterschaften in der Jugend-Altersklasse gab Ilja Taach seinen „Einstand“ bei den Junioren. Mit dem Erreichen der geforderten Normleistung und der Silbermedaille im Jugendbereich hatte er sich die Teilnahme bei den Meisterschaften der „Großen“ verdient. Nach einer guten Auftakthebung mit 88 kg, einem ungültigen 2. Versuch und der deutlich besseren Korrektur bei 92 kg lag Ilja nach dem Reißen mit 3 kg Rückstand auf Platz 4 der Juniorenwertung in der Klasse bis73 kg. Mit viel Courage erfolgte der Einstieg im Stoßen bei 118 kg – 3 kg über der Wettkampfbestleistung des Schwedters. Mutig ging es weiter, es folgte starke 123 kg im 2. Versuch. Aber auch der direkte Konkurrent im Kampf um Platz 3 leistete sich keinen Fehler und brachte es mit 3 gültigen Hebungen im Stoßen auf eine Zweikampfleistung von 220 kg. Für Ilja standen 215 kg bereits im Protokoll, die Gewichtheber-Arithmetik forderte für Platz 3 eine Steigerung auf 129 kg im Stoßen – der Schwedter wagte die Steigerung, konnte die Last auch umsetzen, scheiterte dann allerdings im Ausstoß. So blieb es am Ende bei Platz 4 für Ilja Taach der sich zum Jahresabschluss noch einmal deutlich steigern konnte.

2 Ziele hatte Ken Fischer für seinen Wettkampf bei den Männern im Kopf. Einerseits strebte er eine Zweikampfleistung von 315 kg und damit die Kadernorm in der Klasse bis 89 kg Körpergewicht an, andererseits ging der Blick natürlich in Richtung Medaillenbereich. Mit gewohnt hohem Einsatz zeigte sich der Schwedter bereits im Reißen. Nach 133 kg ließ er bereits im zweiten Versuch mit 138 kg persönliche Bestleistung auflegen. Diese bewältigte Ken genauso sicher wie die im dritten Versuch geforderten 142 kg. Der „Fahrplan“ für die Kadernorm war mit dieser Last erfüllt, im Kampf um Platz 3 lag der Heber des TSV Blau-Weiß 65 Schwedt 3 kg im Rückstand. Analog zum Jahr 2018 entwickelte sich der Zweikampf zwischen dem Schwedter und dem Dortmunder Mohammed Hoblos. Ken Fischer begann bei 168 kg die er ebenso gültig gestalten konnte wie die folgenden 173 kg. Für ihn war damit Teilziel Nummer 1, die Kadernorm, erreicht. Hoblos hatte nach ungültigen 170 kg auf 173 kg gesteigert und diese knapp geschafft, was wiederum für Ken eine Steigerung auf 177 kg zwingend notwendig machte. Leider erwies sich diese Last als zu groß an diesem Tag, für Ken Fischer hieß es nach gutem Wettkampf erneut Platz 4.

Recht spät am Samstagabend dann der Auftritt von Martin Adler in der Klasse bis 96 kg. In seinem letzten Junioren-Jahr sollte natürlich ein Platz auf dem Siegerpodest in Angriff genommen werden. Der Blick auf die Teilnehmerliste nach dem Wiegen bestätigte diese Prognose, der Plan hieß Sicherung des Vizemeistertitels. Die ersten Stationen im Reißen lauteten 128 und 133 kg, beide Hebungen meisterte er souverän. Der Versuch seine Bestleistung mit 138 kg um gleich 3 kg zu übertreffen gelang im 3. Versuch leider nicht. Bereits der erste Versuch im Stoßen mit 147 kg sicherte Martin Adler die Silbermedaille bei den Junioren. Die Chance Platz 1 anzugreifen war nur theoretischer Natur, trotzdem steigerte der Schwedter progressiv auf 154 kg, eine Last die lediglich 1 kg unter der persönlichen Bestleistung lag. Da auch dieser Versuch gut gelang sollten zum Abschluss noch 160 kg folgen, die waren dann aber doch zu viel. Silber und ein toller Wettkampf waren der Lohn für Martin an diesem Tag.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass mit Jon Luke Mau und Dennis Hansch zwei potentielle Teilnehmer nicht bei diesen Meisterschaften starten konnten. Jon Luke Mau hatte auf Grund seiner hohen Wettkampfhäufigkeit in den letzten Wochen eine Pause verordnet bekommen, im Hinblick auf die ausstehende Olympiaqualifikation eine nachvollziehbare Entscheidung. Dennis Hansch weilte zum Zeitpunkt der Meisterschaften zur Jugend-EM in Eilat, durfte dort zur Überraschung aller nach einer Entscheidung der IFW im Zusammenhang mit den NADA-Unterlagen aber leider nicht an den Start gehen.

 

R. Taubert

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