Nahe dran an 700er-Marke

Von JÖRG MATTHIES

Schwedt (MOZ) Mit einem starken Heimwettkampf haben die Athleten des Oder-Sund-Teams Schwedt-Stralsund ihren ersten Saisonsieg in der 1. Gewichtheber-Bundesliga eingefahren. Die Gäste vom AC Atlas Plauen konnten mit 690,6:580,0 Relativpunkten bezwungen werden.

In der mit gut 100 Zuschauern zur ungewohnten Bundesliga-Zeit (im Vergleich zu bisherigen Schwedter Wettkämpfen) ordentlich besetzten Külzviertel-Sporthalle zeigten zunächst Turner des gastgebenden TSV Blau-Weiß und Heber-Talente von Coach Fred Altenkirch im kleinen Rahmenprogramm Auszüge ihres Könnens. Dann waren die Bundesliga-Athleten dran – unter ihnen mit dem 16-jährigen Jon-Luke Mau ein Debütant aus der Oderstadt.

Trotz der insgesamt sechs Fehlversuche im Reißen setzte sich der Gastgeber bereits nach der ersten Teildisziplin mit gut 45 Punkten deutlich von den Gästen aus dem Vogtlandkreis (ebenfalls sechs ungültige Hebungen) ab. Bei den Oder-Sund-Startern musste man von vornherein mit in Betracht ziehen, dass sie fast durchweg erst vor wenigen Wochen bei internationalen Meisterschaften oder Pokalturnieren ihre Herbst-Wettkampfhöhepunkte absolvierten und entsprechend in der Trainingsgestaltung nicht „volle Pulle“ absolviert hatten.

Im Stoßen, bei dem das Sextett des Schwedt-Stralsund-Teams 16 seiner 18 Versuche gültig ins Protokoll schreiben lassen konnte, dominierte der Gastgeber dann mit einem 85-Punkte-Plus noch eindeutiger gegenüber dem AC Atlas.

„Das Punktergebnis hatte ich so wirklich nicht erwartet“, durfte sich Trainer Roland Taubert am Ende mit seinen Aktiven freuen. In Anbetracht der erwähnten Saisonsituation und des erst kurzfristig festgezurrten Einsatzes von Eik Lessing – eigentlich war Tomasz Rosol vorgesehen, den dann aber der polnische Verband kurzerhand zur Studenten-WM delegierte, wo er guter Fünfter wurde – war Taubert von einem Leistungsspektrum zwischen 650 und 680 Zählern für seine Mannschaft ausgegangen.

In der Einzelbetrachtung bescheinigt Taubert den Youngstern Jon-Luke Mau (Jahrgang 1998) und Ken Fischer (1997) „Superwettkämpfe“. Mau sei bei seinen beiden ungültigen Versuchen sicher Opfer einer nachvollziehbaren Nervosität geworden und Fischer hätte bestimmt gern die 105 kg als neue Bestleistung im Reißen geschafft – insgesamt waren beide aber über jede Kritik erhaben.

Jon-Luke Mau

Das Gleiche trifft auf Lisa Marie Schweizer zu, die erst am Freitag per Zug aus ihrem Studienort Heidelberg angereist war und nach vielen Wettkämpfen in den letzten Monaten sicher auch etwas „platt“ war, was sich auf die technische Qualität der Hebungen auswirkte.

Der kurzfristig eingesprungene Eik Lessing tat sich beim ersten Reiß-Versuch am Ellbogen weh, zeigte aber insbesondere dann auch im Stoßen, dass er sich zu einem guten Resultat durchbeißen kann. Im Unterschied zu ihm gelangen Yasin Yüksel in beiden Teildisziplinen jeweils große Steigerungen nach soliden ersten Hebungen, sodass er ohne Fehlversuch blieb. WM-Starter Arkadiusz Michalski patzte nur einmal im Reißen und setzte mit seinen 200 Kilogramm im Stoßen einen guten Abschluss unter die erfreuliche Oder-Sund-Saison-Heimpremiere.

Yasin Yüksel

In knapp 14 Tagen geht es schon zum SSV Samswegen – das Team aus Sachsen-Anhalt scheint in etwa auf Augenhöhe mit der KG Schwedt-Stralsund. Es dürfte spannend werden.

Einzelergebnisse KG Schwedt-Stralsund (Angaben: in Klammern Körpergewicht, Reißen/Stoßen = Relativpunkte): Yasin Yüksel (104,0 kg) 160 kg/ 188 kg = 146,0; Arkadiusz Michalski (105,4 kg) 150 kg/200 kg = 144,0; Lisa Marie Schweizer (61,0 kg) 79 kg/91 kg = 117,0; Ken Fischer (70,0 kg) 102 kg/131 kg = 100,0; Jon-Luke Mau (53,0 kg) 71 kg/96 kg = 93,0 und Eik Lessing (83,2 kg) 110 kg/147 kg = 90,6

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