1. BL:Tino Friedrich hebt Rekord

Schwedt (moz) Mit einer großartigen Mannschaftsleistung haben die Gewichtheber von Blau-Weiß 65 in der 1. Bundesliga den Gästen vom Tabellenzweiten SSV Samswegen einen hervorragenden Wettkampf geliefert, auch wenn dieser am Ende mit 707,4:747,4 Relativpunkten verloren ging.

 Neuer Vereinsrekord: Noch nie hat ein Heber von Blau-Weiß 65 Schwedt in der Bundesliga mehr als 150 Relativpunkte erreicht. Tino Friedrich kam mit 152 Kilogramm im Reißen und 178 Kilogramm im Stoßen auf den tollen Wert von 152 Zählern. © Paul lötzke

Tino Friedrich gelang ein Einzel-Vereinsrekord für die Bundesliga. Zwischen 670 und 680 Punkten hatte Trainer Roland Taubert seinen Jungs für den vierten Saisonwettkampf in der Nord-Staffel der deutschen Heber-Eliteliga im Vorfeld zugetraut. Dass die Oderstädter am Sonnabendnachmittag in der Külzviertel-Halle den Gästen aus Sachsen-Anhalt schließlich ein hochkonzentriertes Duell abverlangten und mit deutlich über 700 Relativpunkten eine neue Mannschaftsbestleistung aufstellten, war dem engagierten Auftritt aller sechs Athleten zu verdanken.

Einer stach aus einer ansonsten sehr ausgeglichen starken Teamleistung heraus: Tino Friedrich. Trotz zurückliegender intensiver Trainingswochen befürchtete manch Beobachter nach dem ersten ungültigen Versuch im Reißen bei 145 kg schon, dass der Gastgeber mit dieser Anfangslast eventuell ein zu großes Risiko eingegangen ist, hatte Friedrich doch im Dezember beim letzten Bundesliga-Wettkampf gerade einmal 141 kg in die Wertung gebracht. Nicht nur die 145 kg im zweiten, sondern im dritten sogar 
152 kg brachte er dann aber zur Hochstrecke. Da Roy Teichert und Philip Kudzik mit jeweils drei gültigen Versuchen in der ersten Teildisziplin glänzten, führte der TSV zur Hälfte des Reißen sogar mit mehr als 40 Punkten Vorsprung.

Doch schnell sollte das Publikum in der leider nur mäßig gefüllten Halle feststellen, dass Samswegen in der zweiten Teilgruppe das wesentlich stärkere Potenzial aufbot. Dennoch: Mario Taubert und Christian Rech rissen solide. Blieb der inzwischen 32-jährige Christian Zühlke, der am Sonnabend sein Bundesliga-Comeback erlebte. „Es war reine Kopfsache“, kommentierte er später seine „Zitterpartie“ in der ersten Teildisziplin.

Zweimal bekam er die Anfangslast von 112 kg ungültig gewertet, mit viel Kampf brachte er sie im dritten Versuch in die Wertung. Und damit hatten die Schwedter 275,7 Relativpunkte im Reißen erreicht (zuletzt im Dezember waren es noch255,3). Mit dem allerletzten Versuch des Albaners Ervis Tabaku – er hatte bei diesen 153 kg mächtig zu kämpfen – überbot Samswegen das Reiß-Ergebnis der Oderstädter um einen einzigen Zähler.

So ging der Gastgeber hochmotiviert ins Stoßen – und erneut erwies sich die erste Dreier-Gruppe jener der Gäste überlegen, selbst wenn nicht alles gelang. Philip Kudzik trauerte der etwas fragwürdigen Ungültig-Entscheidung des Kampfrichters bei seinem dritten Versuch nach, auch Roy Teichert und Tino Friedrich schafften den letzten Versuch nicht – aber für beide war die 
Steigerung gegenüber dem Dezember frappierend.

Teichert war damals ohne jeglichen gültigen Stoß-Versuch geblieben („ein bisschen war das Missgeschick schon noch im Hinterkopf“, verriet er nach dem Wettkampf) und Friedrich steigerte sich um 14 kg, wobei er sogar fünf Kilo mehr im Schlussversuch fast bewältigte. „Mein ehemaliger Trainer Peter Käks aus Frankfurt stand mir heute hier zur Seite – das hat mich mächtig zusätzlich angestachelt“, erklärte Tino Friedrich nach dem Wettkampf, den er mit neuem großartigen Einzel-Vereinsrekord von 152 Relativpunkten beendete (im Dezember waren es noch 124,4!). Somit führten die Schwedter vor der zweiten Gruppe im Stoßen mit gut zwölf Zählern – wohl wissend, dass gegen das zweite Trio, wenn es fehlerfrei hebt, kein Kraut gewachsen sein wird. Dennoch kämpften alle TSV-Athleten, um die nicht erwartete 700-Punkte-Grenze zu knacken.

Wie ehrgeizig sie dabei herangingen, zeigt letztlich der Fakt, dass fünf der sechs letzten Stoß-Versuche missglückten, weil man eben möglichst viele Kilogramm in die Wertung bringen wollte. Nur 40 Punkte Differenz zum haushohen Favoriten, das Eingeständnis der Samswegener Verantwortlichen, dass man mit voller Konzentration einen unerwartet großen Widerstand brechen musste und die von den TSV-Hebern übereinstimmend in Aussicht gestellten Steigerungsmöglichkeiten lassen auf vier weitere starke Bundesliga-Auftritte der Schwedter in dieser Saison hoffen.

Resultate der TSV-Heber im Überblick (Relativpunkte und in Klammern Reißen/Stoßen): Tino Friedrich 152,0 (152 kg/178 kg); Christian Rech 113,4 (130 kg/158 kg); Mario Taubert 113,0 (113 kg/145 kg); Christian Zühlke 112,0 (112 kg/130 kg); Philip Kudzik 
110,6 (123 kg/150 kg); Roy Teichert 
(125 kg/150 kg).

Schwedter Heber in Teamwertung mit neuer 
Bestleistung

Trainer Roland 
Taubert mehr als zufrieden mit 
seinen Jungs

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